Lebenserfahrungen

Lebenserfahrungen und Gedankenanregungen

Ein stetiger Kampf gegen routinierte Windmühlen. Cervantes tragisch-komische Geschichte des augenscheinlich verwirrten, unglück-seligen Ritters Don Quijote ist in vielerlei Hinsicht ein stets passendes Sittengemälde von Gesellschaften und deren Miteinander.

Besonders in Deutschland brüstet man sich gerne, Privates von Geschäftlichem zu trennen, aber in der Praxis ist dies eher weniger der Fall. Im Gegenteil: Befindliches wird zu einer echten Herausforderung – besonders bei der Lösungsfindung. Ich bezeichne mich gerne als Informationslogistiker, was dem Berufsbild des Konzepters am Nächsten kommt. Obwohl eine Definition für diesen Beruf existiert, gibt es viel zu oft Verständnis- und Verständigungsschwierigkeiten, da man mehr als in nur einem Bereich spezialisiert ist. Das scheint zu irritieren. Ich habe für meine Kunden letztlich den optimalen Weg finden können und ich sage Ihnen: Der Weg war stets ein steiniger dorthin.

Ich verabscheue Urkunden, Preise und sonstige Werte-Systeme mit Ersatz-Orden, die ich mir an die Brust hefte und damit hausieren gehe. Denn zum einen liegt diese Wertschätzung in der Vergangenheit und zum anderen sind nicht alle Auswahlgremien objektiv oder neutral. In einem Land der Scheine und Titel ist dies nicht die wirklich karrieretauglichste Überzeugung.

Deshalb das Beispiel des eigenwilligen, Windmühlen bekämpfenden Ritters. Ohne bei Euch das Gefühl erzeugen zu wollen, dass ich mir mit dem Folgenden selbst auf die Schulter klopfen möchte: Ich habe für meine Kunden eine Menge Preise gewonnen, Projekte an Land geholt und für diese gute Umsätze generiert. Das muss reichen. Mit nun fast 50 und der damit einhergehenden Altersgelassenheit ist mir dieses Anbiedern weiterhin zuwider und noch weniger wichtig. Wer mit mir kann, gut – wer nicht will, auch gut.

Apropos Don Quijote: Es gibt eine Skizze mit dem Titel “Don Quixote” von Pablo Picasso zu dem Thema von 1955, eines meiner Lieblingswerke.

Dazu gibt es auch eine kontroverse Überlegung:

„Ein Picasso verkaufte sich zu Lebzeiten, weil er sich seines Wertes bewusst war und ihn damit bestimmt hat. Manche Menschen warten nicht auf einen Startschuss, sie gehen und wer nicht mitgeht, versäumt es, sie kennenzulernen. Ihnen ist es sicher nicht gleichgültig, wen sie kennenlernen, aber die, die nicht bemüht darum sind, die zeigen auch kein wirkliches Interesse. Ergo lässt man sie zweifelsfrei zweifelnd stehen.“

In den letzten Jahren sind einige – nennen wir es salopp -Erfahrungsberichte entstanden, die ich im sozialen Netzwerk verschleudert habe. In den Chroniken sind diese jedoch weit besser aufgehoben und nun im Bereich Ratgeber zusammengefasst. Im Übrigen ein Wort, das mir zuwider ist, aber mit dem schnell verstanden wird, worum es geht. Ich versuche hier meine vielschichtigen, langjährigen Erfahrungen so humorvoll-sachlich es mir möglich ist zusammenzufassen. Bitte betrachtet dies weniger als eine Liste anzugehender Eigenschaften, sondern eher als einen Korb, aus dem man sich hier und dort ein paar Anregung holt.


Euer stadtläufer 

[Text: der stadtläufer]
[Photo: 1045373]