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Aphorismen

Drahosch & der stadtläufer | Den Tod in den Schlaf wiegen

Worum geht es?

Unter dem Einfluss des aristotelischen Weltverständnisses war es für den Großteil der Renaissancekünstler ein ganz natürlicher Prozess, die Aussage ihres Kunstwerks mit Hilfe eines gedanklichen Konstrukts vorweg zu verinnerlichen.

Dieser Seelenimpuls weicht seit der Zeit der Aufklärung mehr und mehr einer intensiven Studie des Objektes und dessen Nachahmung sowie des damit verbundenen Strebens nach einer kritikvorbeugenden Perfektion durch nun vergleichsfähige Wertesysteme. Spätestens im Neoklassizismus erfuhr die Kunstwelt eine Art Sinnlücke im Verstehen des Geschaffenen. Seither bemüht sich die Psychologie durch wissenschaftliche Interpretation der artifiziellen Szenarien dem Geist im Werk wieder Gestalt zu ermöglichen – und scheitert klinisch steril!

Man kann nicht über die rein rationelle Logik den intuitiven, also seelischen Zuständen auf die Spur kommen. So erklärt sich die komplette Negation bis zum Nullpunkt. Denn der Weg muss ein umgekehrter sein: von innen nach außen. Ebenso wie wir es gewohnt sind uns zu verständigen.

Mit „Den Tod in den Schlaf wiegen“ kommen zwei Künstler zueinander, die für die Intuition entgegen der Logik eintreten.

Diese Überzeugung beinhaltet kein bestimmtes, sondern ein chaotisches Maß der zu beschreibenden Thematik. Eine Art subjektiver Ahnung in einem für andere allgemeinverständlichen und so sinnhaft-temperamentvollen Kontext.

Mit dieser einzufordernden Freiheit sprengen sie Andy Warhols in eine Glasmenagerie konservierte Kunstwelt und bereiten damit die Rückeroberung des Vielseins im Dasein vor. Ein Scherbenhaufen der Moderne, dessen Glassplitter nun wieder unendlich viele Lichtblitze in einen neuen Ereignis-Horizont tragen.

 

Diesen längst fälligen Paradigmen-Wechsel bezeichnen die beiden als Zeitpunkt der Intuitiven Kunst (Intuitional Arts). Eine Kunst-Epoche, die nun für jeden unabhängig der Perfektion oder Adaption der Machart durch das Verständnis des Betrachters erfasst wird. Somit ist eine erfolgreiche Information jene, die ihren Empfänger unabhängig von der Intention des Künstlers verändert hat.

[Mag. Art. Ludwig Drahosch]