Kolumne

die stadtläufer Kolumnen

Kolumnen erscheinen regelmäßig. Ich lehne mich mit diesem Bereich also ganz schön aus dem sprichwörtlichen Fenster. Falls ich hinterherhinke, dann meckert einfach. Kolumnen sind für mich nicht nur Themen, die aktuellen Bezug oder allgemeines Verständnis bezwecken. Ebenso wenig eine tiefe Einsicht in das Wesen des Kolumnisten. Für mich ist es das In-Textform-bringen der Notizen des Alltagslebens um mich herum. Notizen sind wesentlich. Sie verlangen einem weder eine Entscheidung ab, noch benötigen sie eine wohldurchdachte Struktur. Das Beste an ihnen ist, dass man damit keine verdammte Erwartung erfüllen muss. Die meisten von ihnen
sind, was sie sind. Kurze, oft genug wichtige, aber nicht merkfähige, dadurch schnell niedergeschriebene Gedanken. Die überall ihren
Platz finden, so zum Beispiel auf dem Schreibtisch, Kühlschrank, der Fernsehzeitung, Serviette, Zigarettenschachtel oder auf Klopapier.

Ich liebe Notizen, habe ganze Haufen davon. Seit Jahren fülle ich Bücher damit. Gepaart mit ein paar Skizzen. Ich habe immer gehofft,
dass Zeit und Übung daraus mal so etwas wie ein bebildertes Tagebuch machen würden. Eines von jenen, die Schauspieler aus Aben-teuerfilmen stolz in die Kamera halten. Die Aufzeichnungen genialer Köpfe aus Jahrhunderten widerspiegeln. Mit denen sich Schätze oder große Entdeckungen finden lassen. Ein grandioses Gemeinschaftsmeisterwerk aus der Hand professioneller Lithografen und Grafiker unter der Leitung eines begnadeten Art-Directors. Tagebücher, die wirkungsvoll bestaunt und beneidet werden können.

DAMN IT!  

Wenn mein Nachbar nicht genau solche Tagebücher hätte, würde ich das coole Aussehen für einen Mythos halten, der mit Humboldt oder Darwin ausgestorben ist.

So entschloss ich mich dazu, daraus Kolumnen zu formulieren.

Viel Spaß.

Euer stadtläufer

 

[Text: der stadtläufer]
[Photo: Janeb13]