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Die Klugscheisser-Fibel

Eine Fibel für Klugscheißer & Besserwisser

Wie kommt man heutzutage nur auf die gänzlich absurde Idee, eine Fibel zu machen und diese dann auch noch für die ohnehin Unbelehrbaren? Das ist quasi so, als würde man einem Büffel Hörner verkaufen wollen. Na und? Wenn ein Kind in die argumentationstechnische Ecke gedrängt wird antwortet es – man könnte sagen konfliktfrei und weise: „Selber!“

Nun will ich mich sicherlich nicht mit zwei Ikonen der Deutschen Wortgeschichte vergleichen [die ich ohnehin für bornierte Abschreiber halte und so gar nicht leiden kann], aber als die Gebrüder Grimm loszogen, hoch motiviert und sicher mehr als nur Sturm und Drang geschwängert, den Deutschen eine einheitliche Basis und eine Sammlung echt germanischer Überlieferung aufzuschreiben und in ein Buch zu pressen, waren die Dorfbewohner sicherlich ebenso irritiert. Wieso sich also die zusätzliche Mühe machen, für etwas, das man eh kennt und sich eindrucksvoller erzählen könnte. Zumal ein Großteil des Lesens und Schreibens nicht fähig war. Das ist auch nicht schlimm, so wurde sich gemerkt, manchmal auch ausgeschmückt, was die Alten über die Abenteuer der Älteren berichteten.

Im Jahr 2017 sollen 862 Mio. Menschen immer noch Analphabeten sein, davon ca. 2 Millionen in Deutschland
[Quelle: Universität Hamburg].

Da dachte ich mir, ich kritzele was und mach `nen einfachen Satz daneben, der mir aus der Seele spricht oder aus dem Leben gegriffen wurde. Immerhin bin ich leidenschaftlicher und bekennender Klugscheißer.

Aber mal im Ernst: So gescheit war der Grundstein zu dem Werk gar nicht. Auf einer Fahrt von Berlin nach Hamburg brüllte ein bayrischer einem Leipziger Studenten zu: „Du bist wohl ein Klugscheißer!“

Das fand ich so anrührend, dass ich ´n Buch draus machen wollte.

 

Euer stadtläufer